Vier Schauspiel-Stars pokern um das letzte Klopapier

Weil sie nicht spielen können, drehen viele Schauspieler Videos.

Auch Torsten Schemmel, der eine Vierfach-Rolle übernahm

und zudem weitere Aufgaben in dem Film übernahm.

Anklam / Zinnowitz

 

Idee, Buch, Regie, Kamera und Schnitt, all dies hat Torsten Schemmel selbst erledigt. Nicht zu vergessen das Schauspiel, wie es sich eben für einen Schauspieler gehört. Das Besondere: Schemmel, engagiert an der Vorpommerschen Landesbühne, schlüpft in seinem knapp acht Minuten langen Film „Poker for Prisoners“ („Poker für Gefangene“) in die Rollen von vier Schauspieler-Kollegen, die trotz Verfremdung der Namen leicht erkennbar sind: Arnold Weizenegger, Klaas Kinski, Helmut Bergeer und Pastor Himmelsknecht. Den Pfarrer hatte Schemmel zuletzt in „Ein irrer Duft von Bibernell“ 2019 beim Open Air in Wolgast gespielt.

Zwei Nächte für den Schnitt

Die vier Stars pokern in Schemmels Wohnzimmer in Zinnowitz um Klopapier, dessen Wert in diesen Zeiten ins Unermessliche gestiegen zu sein scheint. „Ich habe einen Tag fürs Schreiben gebraucht, drei Stunden fürs Drehen und zwei Nächte für den Schnitt“, sagt Schemmel. Da er alles allein machte, war die Ansteckungsgefahr natürlich äußerst gering.

Für den Witz sorgen coole Filmzitate, für die der Cineast Schemmel bekannt ist. Auch seine Rollen bei den Open Airs würzt der Schauspieler mit seinen komödiantischen Talenten immer wieder mit lustigen Sprüchen.

 

Die Übergänge müssen stimmen

Das Schwierigste bei dem Wohnzimmer-Video waren die Übergänge in den Dialogen. Die einzelnen Rollen hat er nacheinander mit einer Kamera auf einem Stativ aufgenommen. Wenn dann Weizenegger beispielsweise den neben ihn sitzenden Kinski anspricht und rüberschaut, sitzt ja kein Kinski da. Stimmliche Unterstützung gab es vom stellvertretenden Intendanten Andreas Flick, der – wie schon in Schemmels Hotel-Krimi „Alles Gute!“ – einen Kellner mit französischem Akzent spielt. Auch der Text für die gut gelaufene Krimikomödie stammt von Schemmel, der zugleich Regie geführt hat.

Es gibt schon neue Video-Ideen

Torsten Schemmel hat schon die nächsten Video-Ideen im Kopf. Zusammen mit seinem Kollegen Heiko Gülland, der fernab in einem anderen Dorf bei Anklam auf dem Festland wohnt, will er ein Jodel-Video drehen, für das es ein berühmtes Vorbild gibt: „Yodel” mit Jimmy Fallon und Brad Pitt entstand 2013 über den Dächern von Los Angeles. Wegen der Ansteckungsgefahr würden Gülland und Schemmel ihre Jodler jeweils separat drehen, beim Schnitt entsteht aus beiden Streifen dann ein Film.

Zudem könnte sich Schemmel vorstellen, ein Video mit dem Titel „Acitivity for Prisoners” zu drehen.

 

 

02.04.2020 - NORDKURIER – Dr. Frank Wilhelm

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